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Startseite > Medien > Aktuelles > Wie können Flughäfen ihren Carbon Footprint mindern? (02. 06. 2022)

Wie können Flughäfen ihren Carbon Footprint mindern?

Illustrationsbild

2 Juni 2022 - Nachhaltigkeit

Um den Flughafenbetrieb im Einklang mit dem Pariser Abkommen – Eindämmung der Erderwärmung – zu dekarbonisieren, muss der Flughafen der Zukunft alle zu seiner Verfügung stehenden Hebel in Bewegung setzen. Hier einige der Lösungen von emissionsärmeren Baustoffen bis hin zum wasserstoffbetriebenen Flugzeug, um den Carbon Footprint von Flughäfen zu mindern und bis 2050 die angestrebte Klimaneutralität zu erreichen.

Bei der Dekarbonisierung eines Flughafens geht es bei weitem nicht nur um die Bodeninfrastruktur. Im Bemühen, die Treibhausgasemissionen eines Flughafens in allen Teilbereichen gleichzeitig zu senken, sind sie zunächst über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg zu erfassen. Dazu gehören natürlich die Direktemissionen (der sogenannte Scope 1) sowie der direkte, mit dem Energieverbrauch verbundene CO2-Ausstoß (Scope 2), aber auch die indirekten Upstream- und Downstream-Emissionen (Scope 3), wo zweifellos der größte Minderungseffekt erzielt werden kann. Hier sind Anreize zu schaffen, damit Fluggesellschaften, Passagiere, Dienstleister und Partner ihr Verhalten ändern und künftig weniger CO2 emittieren.

Minderung der Direktemissionen von Flughäfen: Wie?

Flughäfen emissionsarm auslegen und betreiben

Beim Bau des Flughafens von morgen ist bereits bei der Planung darauf zu achten, dass für Terminals, Hangars, Pisten usw. nachhaltige Baumaterialien eingesetzt werden. Der Flughafen auf Baltra, einer der Galapagos-Inseln, wurde beispielsweise aus Recyclingmaterial errichtet. Auch der Bau des Flughafens Lyon, ein Beispiel aus dem Portfolio von VINCI Airports, basierte auf Ökodesign und erhielt das französische Gütezeichen HQE (hohe Umweltqualität). Energieeffiziente, emissionsarme Heizungs- und Lüftungssysteme, sparsamere LED-Beleuchtung, vollelektrische Betriebsfahrzeugflotte: jeder Parameter zählt.

Flughäfen mit erneuerbaren Energien ausstatten

Flughäfen verfügen über viele Flächen, die sich für die Installation von Erneuerbare-Energien-Anlagen eignen. Strom aus Photovoltaikanlagen gibt es bereits in Salvador Bahia in Brasilien, auch in Serbien, in Japan sowie https://www.vinci-airports.com/en/news/expansion-las-americas-photovoltaic-park-vinci-airports-takes-further-step-towards" class="fenetre" target="_blank">auf den Flughäfen der Dominikanischen Republik, wo die VINCI Airports-Konzessionsgesellschaft heute der größte private Ökostromerzeuger des Landes ist. Die installierte Gesamtleistung übersteigt aktuell 35 MW. Die PV-Anlagen liefern grünen Strom nicht nur für den Eigenverbrauch, sondern begleiten die Energiewende auch per Netzeinspeisung in Regionen, in denen Strom manchmal überwiegend aus fossiler Energie erzeugt wird. Und das ist noch nicht alles: in Faro, Portugal, entsteht diesen Sommer ein weiteres Solarkraftwerk zur Deckung von 30% des vom Flughafen benötigten Strombedarfs.

Indirekte Emissionen über die gesamte Lieferkette hinweg reduzieren

Kerosin durch nachhaltigere Flugzeugtreibstoffe ersetzen

Biotreibstoffe aus erneuerbaren Energieträgern wie aus Altspeiseöl und tierischen Fetten emittieren 80% weniger CO2 als herkömmliches, aus Erdöl gewonnenes Kerosin. Die Flughäfen Clermont Ferrand und London Gatwick bieten sie bereits an. VINCI Airports geht hier sogar noch einen Schritt weiter und bietet zusätzliche Anreize über gestaffelte Landegebühren. Verfügt ein Flugzeug über ein modernes Antriebssystem und verwendet Biotreibstoff, wird der Fluggesellschaft ein Bonus, andernfalls ein Malus verrechnet.
Auch grüner Wasserstoff ist vielversprechend in Sachen Energiewende in der Luftfahrt. Noch sind nicht alle technologischen Herausforderungen ausgeräumt, denn Wasserstoff hat ein größeres Volumen als Kerosin und erfordert daher größere Tanks und ein anderes Flugzeugdesign. Dennoch dürften bis 2035 die ersten Wasserstoff-Flugzeuge in Betrieb sein.Die Vielzahl an neuen Partnerschaften zwischen öffentlichen und privaten Akteuren (Gasindustrie, Luftfahrtsektor usw.) in der ganzen Welt ist diesbezüglich als gutes Vorzeichen zu werten. Flughäfen brauchen wiederum komplett neue Infrastrukturkonzepte, um flüssigen Wasserstoff zu lagern. VINCI Airports hat Lyon-Saint Exupéry als Pilotflughafen für die Installation von Anlagen zur Erzeugung von grünem Wasserstoff und Betankungssystemen gewählt.

Flugzeugemissionen am Boden begrenzen

Obgleich Flugzeuge am Boden weniger Treibstoff als in der Luft verbrauchen, lässt sich der Verbrauch im Rollbetrieb beziehungsweise mithilfe von Flugzeugschleppern weiter optimieren. Dafür werden Fluggesellschaften neue Dienste sowie Anreize geboten, ihre Praktiken zu ändern. Zwischen Parkplatz und Startbahn lassen sich bis zu 300 kg Kerosin sparen, wenn nur zwei Triebwerke laufen. Für den Rollbetrieb kann die Hälfte der Triebwerke abgestellt werden. Die effizienteste Lösung, um den CO2-Ausstoß im Rollbetrieb zu begrenzen und die Rollzeit zu optimieren, ist jedoch der bereits auf einigen Flughäfen eingesetzte TaxiBot, ein Flugzeugschlepper mit Elektroantrieb, der die Maschine zur Startbahn bzw. zum Flugsteig bringt und dadurch eine erhebliche Menge an Treibstoff spart. Für den Betrieb der Bordsysteme und der Klimaanlage braucht ein Flugzeug auch im Stillstand Energie, die bei laufenden Triebwerken mit Kerosin aus dem Tank erzeugt wird. Um Abhilfe zu schaffen, haben zahlreiche Flughäfen die Flugzeugstandplätze mit Anschlüssen zur Stromversorgung bzw. Klimatisierung ausgestattet.

Um die grüne Wende im Flughafensektor zu unterstützen, zielen viele nutzerorientierte Maßnahmen – für Fluggäste wie Mitarbeitende – auf ein stärker umweltbewusstes Verhalten ab, darunter die Anbindung an den öffentlichen Verkehr sowie die Einrichtung von Ladestationen für Elektrofahrzeuge und künftig auch von Wasserstofftankstellen.

Unvermeidbare Restemissionen binden

Wenn das Emissionsminderungspotenzial ausgeschöpft ist, kann CO2 in Waldparzellen, sogenannten Kohlenstoffsenken, gebunden werden. Eine erste dieser Art wurde in Frankreich von den Flughäfen Lyon-Saint Exupéry und Lyon-Bron ins Leben gerufen. Es handelt sich um ein bedeutendes Aufforstungsprojekt zusammen mit dem staatlichen Forstamt (ONF) und dem Département Rhône auf 3,6 Hektar Fläche, um dort 500 t Kohlendioxid zu binden und so die Restemissionen der beiden Lyoner Flughäfen auszugleichen. In Frankreich sind noch weitere Projekte geplant, die alle das staatliche Low Carbon-Label anpeilen (https://www.ecologie.gouv.fr/label-bas-carbone).

Wie lässt sich die Emissionsminderung von Flughäfen messen?

Das Gütezeichen HQE bescheinigt einer Flughafeninfrastruktur ein ausgezeichnetes Niveau in puncto Nachhaltigkeit. Im Flughafensektor gibt es jedoch noch eine weitere maßgebliche Zertifizierung: die Airport Carbon Accreditation (ACA), ein vom Airport Council International (ACI) eingerichtetes Emissionsminderungsprogramm.Voraussetzung für diese unabhängige Zertifizierung ist ein erfolgreich bestandenes ACA-Audit. Das Nachhaltigkeitsengagement eines Flughafens spiegelt sich in sechs Akkreditierungsstufen wider: Mapping, Reduction, Optimisation, Neutrality, Transformation bis hin zu Transition. Jedes Niveau entspricht einem Schritt in Richtung Nachhaltigkeit: vollständige Erfassung der Emissionsquellen, Berechnung der Scope 3-Emissionen, Anreize zur Fremdemissionsreduzierung sowie Kompensation unvermeidbarer, direkter Restemissionen. Von den 39 ACA-zertifizierten Flughäfen im Portfolio von VINCI Airports haben 12 das Niveau „Transformation“, d.h. die vorletzte Akkreditierungsstufe, erreicht.

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Stéphanie Malek
Tel: +33 1 57 98 66 28
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