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94,940€ +0,68 %   17.07.2019 15:17

Am 5. 2. 2019 hat der Verwaltungsrat wie jedes Jahr über die Governance-Struktur beraten und bestätigt, dass sich die Wahrnehmung der Funktion des Verwaltungsratsvorsitzenden und des geschäftsführenden Generaldirektors durch Herrn Xavier Huillard in Personalunion weiterhin für die Gesellschaft am besten eignet und ihren Interessen entspricht.

In voller Kenntnis der Empfehlungen bestimmter Stakeholder und abhängig davon, wie sich der Konzern entwickelt und personell aufgestellt ist, prüft der Verwaltungsrat regelmäßig, ob diese Art der Organisation weiterhin relevant ist.

2019 gründete sich der Beschluss des Verwaltungsrats auf die nachstehenden Erwägungen:
- Die Konzernleistung setzt sich aus einer Vielzahl von Einzelleistungen – hunderttausenden Aufträgen für Einzelprojekte – zusammen, die sich nicht standardisieren lassen. Für eine optimale Abwicklung ist ein hoher Grad an Verantwortungsübertragung erforderlich, da Geschäftsentscheidungen möglichst marktnah getroffen werden müssen. Daraus erklärt sich der dezentrale operative Konzernaufbau, um sowohl agil auf die Erfordernisse der Kunden reagieren zu können als auch durch eigenständiges und eigenverantwortliches Arbeiten die Entwicklung der hohen Zahl an Managern zu fördern.
- Eines der Hauptmerkmale der Geschäftssparten von VINCI ist die enge Beziehung zwischen Strategie und Business, die sich auch in ihrem Aufbau spiegelt. Die Unternehmenseinheiten jeder Sparte erstellen ihre eigene Strategie im Einklang mit der Gesamtstrategie des Konzerns und unter Beachtung der durch das interne Kontrollsystem vorgegebenen Regeln. Daher erfolgt die Leitung praktisch aller Führungsgesellschaften und Unternehmenseinheiten so wie die Corporate Governance in Personalunion.
- Ein großer Teil der Kunden im Bau- und Baudienstleistungsgeschäft und sämtliche Auftraggeber im Konzessionsgeschäft sind öffentliche Stellen, staatliche, regionale oder kommunale Behörden, die einen einzigen Ansprechpartner fordern, mit dem sie kurzfristige operative Belange, aber auch strategische Fragen mit längerfristiger Perspektive erörtern und verhandeln können. Diese öffentlichen Stellen legen im Übrigen großen Wert auf den Titel Präsident, der in diesen Kreisen als Träger der Entscheidungsmacht angesehen wird.

Die Gesamtstrategie des Konzerns wird vom Verwaltungsrat festgelegt. Seine Aufgabe besteht darin, Orientierungen für die Geschäftsentwicklung und speziell die Internationalisierungspolitik der Konzernbereiche zu geben, signifikante Investitionen und Verpflichtungen zu genehmigen und etwaige Diversifizierungs­vorhaben zu prüfen.

Dieses bewährte System erfordert von Seiten des Präsidenten und geschäftsführenden Generaldirektors eine eingehende Kenntnis des Konzerns und aller Konzernbereiche und von Seiten der Manager ein starkes Engagement rund um eine gemeinsame Unternehmenskultur, wie sie von der Konzernleitung angestoßen und vom Verwaltungsrat in ihren Einzelbestandteilen regelmäßig überprüft und überwacht wird.

Die aktuelle Organisationsform wird von den Mitgliedern des Verwaltungsrats als effizient erachtet. Sie beurteilen die erhaltene Information und die Ausgewogenheit der Governance-Regeln als zufriedenstellend und ausreichend, um ihrem Auftrag in vollem Umfang nachkommen zu können.

Die jeweiligen Befugnisse der Leitungsorgane laut Geschäftsordnung des Verwaltungsrats der Gesellschaft verteilen sich wie folgt:

VerwaltungsratPräsident und geschäftsführender Generaldirektor
Gesetzlich verfügte Befugnisse.
Zusätzliche Befugnisse gemäß Geschäftsordnung:
- Ernennung des Präsidenten und geschäftsführenden Generalsdirektors, des Vizepräsidenten und des Lead Director.
- Vorabgenehmigung der strategischen Orientierungen.
- Vorabgenehmigung strategischer Investitionen und signifikanter Geschäfte ab 200 Millionen Euro.
- Vorabgenehmigung für alle Geschäfte bei Befassung durch den Strategie- und CSR-Ausschuss.
- Vorabgenehmigung von Transaktionen außerhalb der vom Konzern angekündig­ten Strategie
- Organisation und Leitung der Arbeiten des Verwaltungsrats.
- Umsetzung der Beschlüsse.
- Operative Lenkung des Konzerns.
VizepräsidentLead Director
- Vorsitz im Strategie- und CSR-Ausschuss (Investitionen über 50 Millionen Euro).
- Repräsentationsaufgaben auf Anfrage des Präsidenten und geschäftsführenden Generaldirektors.
- Erläuterungen für den Verwaltungs­rat zu den Tätigkeitsbereichen des Konzerns.
- Kenntnis der Topmanager des Konzerns.
- auf Anfrage des Präsidenten und geschäftsführenden Generaldirektors Teilnahme an Sitzungen mit Aktionären bzw. Proxy Advisors
- Vorsitz im Ernennungs- und Governance-Ausschuss.
- Interessenkonflikte.
- auf Anfrage des Präsidenten und geschäftsführenden Generaldirektors Ansprechpartner für die Mitglieder des Verwaltungsrats, Aktionäre und Proxy Advisor.
- Sitzungen der Verwaltungsrats­mitglieder ohne geschäftsführende Organmitglieder.

 

Präsident und geschäftsführender Generaldirektor

Herr Xavier Huillard nimmt seit dem 6. 5. 2010 die Funktion des Präsidenten und geschäftsführenden Generaldirektors wahr. In dieser Funktion wurde er durch den Verwaltungsrat in der im Anschluss an die Hauptversammlung abgehaltenen Sitzung am 17. 4. 2018, in der sein Mandat als Mitglied des Verwaltungsrats erneuert wurde, bestätigt. Er nimmt alle gesetzlich vorgesehenen Befugnisse wahr.

In diesem Rahmen präsentiert er der Finanzwelt regelmäßig – speziell anlässlich von Roadshows – die Geschäftslage, die Perspektiven und die Strategie des Konzerns. Herr Huillard leitet das Exekutivkomitee und den Orientierungs- und Koordinationsausschuss und führt den Vorsitz im Risikoausschuss. Für diese Vorsitzfunktion kann er eine Vollmacht erteilen.

Organisation der Konzernleitung und ihrer Leitungsgremien

Herr Huillard hat die Herren Pierre Coppey, Richard Francioli und Christian Labeyrie zu beigeordneten Generaldirektoren ernannt.

Das von ihm gebildete Exekutivkomitee setzt sich aus den wichtigsten Leitern der Geschäfts- und Funktionsbereiche des Konzerns – 13 Mitglieder (Stand 5. 2. 2019) – zusammen.

Zu dessen Aufgaben gehören die Umsetzung der Konzernstrategie sowie die Erstellung und die Überwachung der Umsetzung der Risikomanagement-, Finanz-, Personal-, Sicherheits-, IT- und Versicherungspolitik. Das Exekutivkomitee ist 2018 19 Mal zusammengetreten.

Der Orientierungs- und Koordinationsausschuss, der sich neben den Mitgliedern des Exekutivkomitees aus den wichtigsten Leitern der Geschäfts- und Funktionsbereiche der großen Tochtergesellschaften des Konzerns – 29 Mitglieder (Stand 5. 2. 2019) – zusammensetzt, dient dazu, sich in Bezug auf Strategie und Lage von VINCI sowie alle Querschnittsthemen im Konzern umfassend abzustimmen. 2018 ist er 4 Mal zusammengetreten.

Vizepräsident

Der Verwaltungsrat hat Herrn Yves-Thibault de Silguy mit Wirkung ab 1. 11. 2018 in seiner Funktion als Vizepräsident bestätigt. Er nimmt folgende, in der Geschäftsordnung festgelegte Befugnisse wahr:
- Unterstützung des Präsidenten bei seinen Aufgaben und, falls erforderlich, insbesondere bei dessen Repräsentationsbefugnissen,
- Information der Mitglieder des Verwaltungsrats über die Organisation, die Topmanager und die Geschäftstätigkeiten des Konzerns,
- bei Bedarf Teilnahme an Sitzungen mit Aktionären oder Proxy Advisors.

Der Vizepräsident leitet den Strategie- und CSR-Ausschuss.

Bis zum 1. 11. 2018 hat Herr Silguy die Funktionen des Vizepräsidenten und Lead Director des Verwaltungsrats innegehabt.

Darüber hinaus ist anzumerken, dass Herr de Silguy 2018 im Rahmen einer am 5. 2. 2014 geschlossenen und bis zur Hauptversammlung vom 17. 4. 2018 fortgeführten Vereinbarung zwischen VINCI und YTSeuropaconsultants, deren Alleingesellschafter Herr de Silguy ist, Unter­stützungsleistungen erbracht hat. Dieser Hauptversammlung wurde die am 7. 2. 2018 erneuerte Vereinbarung zur Genehmigung vorgelegt und der sich darauf beziehende Beschluss von der Hauptversammlung gebilligt. Im Juli 2018 stellte sich jedoch heraus, dass dieser Beschluss infolge einer auf BNP Securities Services zurückzuführenden Fehlerfassung der ausübbaren Stimmrechte nicht die für eine Billigung erforderliche Stimmen­mehrheit erhalten hatte. Die Vereinbarung wurde daher vom Verwaltungsrat rückwirkend ab dem 17. 4. 2018 für ungültig erklärt.
Angesichts dieses Sachverhalts hat Herr de Silguy die im Rahmen der ungültig gewordenen Vereinbarung erhaltenen Beträge der Gesellschaft rückerstattet.

Lead Director

Parallel zum Beschluss des Verwaltungsrats am 6. 5. 2010, die Funktionen des geschäftsführenden Generaldirektors und Vorsitzenden des Verwaltungsrats zusammenzulegen, richtete er damals auch die Funktion des Lead Director ein.

Diese heute im Afep/Medef-Kodex, Artikel 3, verankerte Funktion soll sicherstellen, dass es im Verwaltungsrat eine Kontaktperson gibt, die nicht der Präsident und geschäftsführende Generaldirektor ist und die über eigene Befugnisse verfügt, mit denen die Handlungsfähigkeit des Verwaltungsrats jederzeit gewährleistet ist.

Von 2010 bis 2018 wurde diese Funktion von Herrn Yves-Thibault de Silguy wahrgenommen. Seit dem 1. 11. 2018 ist Frau Yannick Assouad, unabhängiges Mitglied des Verwaltungsrats, damit betraut.

Die in der Geschäftsordnung festgelegten Befugnisse des Lead Director stellen sich wie folgt dar:
- Behandlung etwaiger Interessenkonflikte,
- Kontaktperson für Verwaltungsräte und Aktionäre für Governance-Fragen,
- auf Anfrage des Präsidenten Kontakt mit institutionellen Anlegern und Stimmrechtsberatern (Proxy Advisors),
- Versammlung der Verwaltungsratsmitglieder ein Mal pro Jahr ohne die Anwesenheit der Organmitglieder, insbesondere um die Governance und die Leistung der geschäftsführenden Organmitglieder zu bewerten.

Der Lead Director leitet den Ernennungs- und Governance-Ausschuss. Er ist befugt, jeden beliebigen Punkt auf die Tagesordnung des Verwaltungsrats zu setzen und den Präsidenten aufzufordern, den Verwaltungsrat einzuberufen.

Letzte Aktualisierung: 22. 03. 2019