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Startseite > Medien > Aktuelles    >    Emissionsreduzierung im Bausektor, Folge 1: emissionsarmer Beton (15. 12. 2021)

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Emissionsreduzierung im Bausektor, Folge 1: emissionsarmer Beton

15 Dezember 2021 - Nachhaltigkeit - Frankreich

Der Bausektor ist ein stark emittierender Wirtschaftszweig. In Frankreich verursacht er schätzungsweise 8% der Treibhausgasemissionen*. Dazu zählen die Abgase von Baumaschinen und insbesondere Emissionen im Zusammenhang mit den eingesetzten Baustoffen. Die meisten Hoch- und Tiefbauunternehmen haben sich den Zielen des Pariser Abkommens 2015 angeschlossen und peilen bis 2050 die Klimaneutralität an. In dieser Artikelreihe wollen wir auf diverse Hebel eingehen, an denen angesetzt werden kann, um der Herausforderung gerecht zu werden, emissionsarm zu bauen. In Folge 1 geht es um Beton.

Mit einer geschätzten Jahresproduktion von 14 Milliarden Kubikmeter ist Beton der meistverwendete Baustoff der Welt. Als Spann-, Stahl-, Form- oder Spritzbeton eignet er sich für praktisch jede Baulösung und ist im Vergleich zu anderen Baustoffen relativ kostengünstig.

8% der Treibhausgasemissionen

Die Kehrseite der Medaille sind die 8% Treibhausemissionen, die weltweit allein auf Beton zurückzuführen sind. Hier ein Wort zum Herstellverfahren, um besser zu verstehen, warum das so ist. Beton besteht aus anorganischen Materialien (Sand oder Zuschlagstoffe), die mit einem Stoff vermischt werden, durch dessen physikalisch-chemische Eigenschaften sich die anorganischen Teilchen aneinander binden. Moderner Beton verwendet Zement als Bindemittel. Die Herstellung von Zement ist allerdings sehr energieaufwändig. Warum? Weil Klinker – Hauptbestandteil von Zement – gebrannt wird. Beim Brennen werden Kalk und Ton auf 1450°C erhitzt und dabei eine große Menge CO2 freigesetzt..

Will der Bausektor sein CO2-Reduzierungsziel erreichen, sollte Zement folglich einen möglichst geringen Klinkeranteil enthalten. „Low Carbon bedeutet bei Beton hauptsächlich einen geringen Zement- und, genauer gesagt, einen geringen Klinker-Anteil“ so François Cussigh, Leiter Beton-Baustoff-Engineering bei VINCI Construction. Im Hochbau lässt sich Beton vielleicht durch nachhaltige Baustoffe wie Holz und Lehm ersetzen, im Tiefbau ist er jedoch beispielsweise im Schacht- und Tunnelbau meist unersetzlich. Daher sind für Tiefbauwerke alternative Zementsorten vonnöten.

Ersatzstoffe für Klinker, den Haupt-CO2-Verursacher in Beton

Zum Glück gibt es Möglichkeiten, Klinker durch andere Stoffe zu ersetzen. Die besten Festigkeitsmerkmale und die beste Umweltbilanz bietet hier vermahlene Hochofenschlacke. Es handelt sich um Abfallprodukte aus der Gusseisenproduktion mit denselben Eigenschaften wie Klinker aber einen wesentlich geringeren CO2-Fußabdruck. Die Herstellverfahren für Alternativbindemittel wurden Mitte der 2010er Jahre entwickelt und zur Serienreife gebracht.

Mit Hilfe dieser Abfälle aus der Eisen- und Stahlindustrie hat VINCI Construction in Zusammenarbeit mit Ecocem, dem größten unabhängigen Anbieter vermahlener Hochofenschlacke, das emissionsarme Betonsortiment Exegy entwickelt und mit einem zertifizierten Gütezeichen auf den Markt gebracht. Je nachdem, wie viel Schlacke an Stelle von Klinker eingesetzt wird, gliedert sich das Exegy-Sortiment in Low Carbon-, Very Low Carbon- und Ultra Low Carbon-Beton. Bei der letztgenannten Betongüte werden – mit Beibehaltung derselben Festigkeitsmerkmale – 70% weniger CO2-Ausstoß gegenüber herkömmlichem Beton erzielt.

Dank Partnerschaften zwischen Anbietern vermahlener Schlacke und Baukonzernen wie VINCI war es möglich, umweltfreundlichere Betonrezepturen zu entwickeln. „Eine große Zahl der von VINCI Construction France realisierten Bauwerke enthält Ecocem-Schlackenmehl. Wir haben ab Inbetriebnahme unserer ersten französischen Produktionsstätte 2009 in Fos-sur-Mer begonnen, mit den Bauteams daran zu arbeiten, und hatten bei diversen Hoch-, Tief- und Tunnelbauprojekten Gelegenheit, uns näher kennenzulernen“, so Laurent Frouin, Leiter Forschung & Innovation bei Ecocem.

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Zunehmender Einsatz von emissionsarmem Beton auf unseren Baustellen

Emissionsarmer Beton kam bereits bei vielen VINCI-Projekten zum Einsatz. Darunter:
- neue VINCI-Konzernzentrale in Nanterre: sechs, die Last von acht Stockwerken tragende Pfeiler wurden aus Ultra Low Carbon-Beton hergestellt;
- bei Los 1 der Grand Paris Express-Linie 18 bestehen vierzig Tübbinge (bogenförmige Fertigsegmente zur Tunnelauskleidung) aus Ultra Low Carbon-Beton – eine weltweit erstmalige Anwendung im U-Bahnbau! Es handelt sich um ein Pilotprojekt zusammen mit der Société du Grand Paris, um die Festigkeit bei unterirdischen Bauwerken zwecks späterer Anwendung auf breiter Basis zu demonstrieren;
- Phase III der Hafenerweiterung „Port 2000“ in Le Havre: dort wurde in 17 m Tiefe ein Probefundamentblock aus Ultra Low Carbon-Beton gebaut.

Einsatz von emissionsarmem Beton für das Fundament des Hochhauses „to Lyon“

* Quelle Ademe: (France’s Agency for Ecological Transition)https://ile-de-france.ademe.fr/sites/default/files/neutralite-carbone-batiment.pdf.

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