Startseite - Mobile
104,720€ +1,04 %   01.02.2023 17:35

Dringliche Gründe für eine Reduzierung des Flächenverbrauchs

Dringliche Gründe für eine Reduzierung des Flächenverbrauchs

Das im französischen Klima- und Resilienz-Gesetz festgelegte Flächenverbrauchsziel Netto-Null zielt darauf ab, „die biologischen, klimatischen und den Wasserhaushalt betreffenden Funktionen sowie das agronomische Potenzial“ des Bodens zu schützen. Um jedoch bei einer solchen Streubreite an Zielen wirksam handeln zu können, gilt es, Prioritäten zu setzen. Warum ist es eigentlich so dringend, den Flächenverbrauch zu reduzieren?

Bei Netto-Null geht es um ein quantitatives Reduktionsziel, das bis 2050 erreicht werden soll. Weniger Fläche in Anspruch zu nehmen, ist jedoch kein Selbstzweck. Netto-Null macht nur dann Sinn, wenn dabei übergeordnete Ziele im Visier stehen. Bodenversiegelung bedeutet, dass Böden nach Abtragen einer Schicht durch Bau von Wegen, Straßen, Wohnungen, Fabriken, Parkplätzen, Lagerhallen usw. bebaut, asphaltiert oder zubetoniert werden. Dass solche Maßnahmen viele negative Effekte zur Folge haben und das Gesetz daher viele unterschiedliche Ziele verfolgt, ist nicht verwunderlich. Um wirksam handeln zu können, sind dem Think Tank La Fabrique de la Cité zufolge jedoch Prioritäten zu setzen. Welche Gegenmaßnahmen haben Vorrang?

Risiken für Artenvielfalt und menschliche Tätigkeiten – eindeutige Folgen der Bodenversiegelung

Versiegelte Böden und Artenschwund: der Zusammenhang liegt auf der Hand. Wird Naturboden zubetoniert, kommt es für viele Tier- und Pflanzenarten zu einer erheblichen Veränderung oder überhaupt zum Verlust ihres Lebensraums.

Artenschutz war im Übrigen der wichtigste Gesichtspunkt für das Netto-Null-Ziel im Biodiversitätsplan 2018, bei den Vorschlägen der Convention Citoyenne pour le Climat (CCC) 2020 (Versammlung von Vertretern der Zivilgesellschaft zur Einbringung klimarelevanter Vorschläge) sowie in der parlamentarischen Debatte rund um das Klima- und Resilienz-Gesetz 2021.

Aber auch die menschlichen Aktivitäten sind direkt davon betroffen:
Entstehung von Hitzeinseln in Städten;
Erhöhung von Überflutungsrisiken, da Niederschlagswasser nicht mehr vom Boden aufgenommen werden kann;
geminderte Nutzbarkeit für die Landwirtschaft.

Ein weniger häufig genannter Faktor: Versiegelte Flächen tragen auch zum Klimawandel bei.

Klimaerwärmung durch versiegelte Flächen

CO2-Bindung: eine der Grundfunktionen von Naturböden

Die Wissenschaft ist sich einig. Will man die Ziele des Pariser Abkommens erreichen und die Klimaerwärmung auf 1,5°C begrenzen, gilt es, nicht nur die Treibhausgasemissionen zu mindern, sondern auch für zusätzliche CO2-Speicher zu sorgen.

Ein häufig Wäldern zugeschriebenes Merkmal besteht darin, CO2 zu binden, damit es nicht in die Atmosphäre gelangen kann. In der Tat ist Biomasse (Bäume, Pflanzen, Algen) über den Mechanismus der Photosynthese in der Lage, einen Teil der CO2-Emissionen zu binden. Aber wussten sie, dass ein weiterer bedeutender CO2-Anteil in der organischen Materie in den ersten dreißig Zentimetern des Erdreichs gebunden ist? Böden sind sogar der größte Kohlenstoffspeicher der Welt.

Dem Cerema zufolge, einer dem Ministerium für den ökologischen Wandel und territorialen Zusammenhalt unterstehenden öffentlich-rechtlichen Einrichtung, ist dieses Speichervermögen eine ihrer vier Hauptfunktionen.

Klimaerwärmung durch versiegelte Flächen

Quelle: La Fabrique de la Cité

Warum bewirken versiegelte Flächen eine raschere Klimaerwärmung?

Bodenversiegelung beschleunigt die Klimaerwärmung. Aus zwei Gründen.

Erstens wird das CO2-Bindungsvermögen durch Bebauung begrenzt. Versiegelte Böden können sehr viel weniger CO2 speichern als Wälder und Wiesen.

Der zweite Grund liegt in den etwa dreißig Zentimetern Erdreich, das einen Großteil des Kohlenstoffs speichert. Bei Versiegelung wird diese wichtige Schicht abgetragen, das Speichermedium geht verloren und das bisher gebundene CO2 wird freigesetzt.

Die Rolle von Netto-Null im Kampf gegen den Klimawandel

Netto-Null Flächenverbrauch - ein Ziel, das VINCI Immobilier bereits 2030 erreichen will – lässt sich mit Hilfe von zwei Hebeln bewirken: Bauen auf bebauter Fläche (Flächenrecycling) und Urban Recycling (Innenentwicklung). Beim Flächenrecycling werden zur Projektentwicklung vorzugsweise bereits versiegelte Flächen herangezogen, wie für die Errichtung der VINCI-Konzernzentrale Archipel auf einer Eisenbahnbrache oder des Quartiersprojekts Universeine in Saint-Denis auf einer 6,4 ha großen Industriebrache. Bei der Innenentwicklung geht es um die innerörtliche Revitalisierung ungenutzter Gewerbe- oder Industriebauten. Beide Ansätze ermöglichen es, die weitere Zersiedlung und Inanspruchnahme neuer Flächen zu begrenzen.

Letzte Aktualisierung: 13. 01. 2023