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Startseite > Medien > Aktuelles    >    Grand Paris Express: größtes Infrastrukturprojekt Europas (04. 12. 2017)

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Grand Paris Express: größtes Infrastrukturprojekt Europas

4 Dezember 2017 - Baustellen - Frankreich

Das Grand Paris Express-Verkehrsnetz, das sind 200 Kilometer neue Stadtbahnlinien rund um die Hauptstadt, nochmal so viel wie das aktuelle U-Bahnnetz. Durch Erschließung neuer Mobilitäts- und Stadtentwicklungsmöglichkeiten will sich die Metropolregion Paris für das 21. Jahrhundert rüsten. Für VINCI und alle anderen Branchenvertreter sind damit kurzfristig erhebliche Auftragsperspektiven im Ingenieur- und Tunnelbau und längerfristig in der Stadterneuerung im Umkreis der neuen Bahnhöfe verbunden.

Durch dieses Jahrhundertprojekt erhält der Großraum Paris ein Verkehrsnetz, das den Anforderungen seiner Wachstumsdynamik genügt. Hinter der Bezeichnung Grand Paris Express stehen über 200 Kilometer neue, bis 2030 zu realisierende U- und S-Bahnlinien (siehe Karte), davon 85 km unterirdisch, sowie 68 neue Bahnhöfe mit Umsteigemöglichkeit zum bestehenden ÖPNV-Netz. Es handelt sich effektiv um den Einstieg in das neue Jahrhundert. Nach dem sich über das gesamte 20. Jahrhundert ziehenden Bau und Ausbau eines sternförmigen U- und S-Bahnnetzes vom Stadtzentrum aus geht es bei den neuen Linien darum, tangential von einem Vorort in den anderen zu gelangen, ohne zwangsläufig über die Innenstadt fahren zu müssen. Darüber hinaus sind Direktverbindungen zu den Flughäfen geplant. Für viele Bewohner der Ile-de-France, die heute in schlecht angebundenen Orten leben und arbeiten, ist das eine Frage von zentraler Bedeutung. Ein Student, der in Clichy-Montfermeil lebt, braucht künftig nur mehr 30 Minuten zur Universität Créteil anstelle von heute anderthalb Stunden. Die Strecke vom Bahnhof Gare de Lyon zum Flughafen Orly wird künftig nur mehr 25 statt heute 50 Minuten in Anspruch nehmen. Den ökologischen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts entsprechend zielt das neue Verkehrsnetz auch darauf ab, eine weitere Zersiedlung einzudämmen und durch gute Anbindung an den Ballungsraum sowie durch Stadterneuerungsprojekte um die neuen Bahnhöfe bereits bebaute Zonen zu verdichten. Insgesamt werden mit dem Grand Paris Express täglich 2 Millionen Menschen befördert und 6 Millionen Bewohnern eine Anbindung an das ÖPNV-Netz geboten werden.

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SEIT DER INTERNATIONALEN AUSSCHREIBUNG 2007 sind fast zehn Jahre – und eine ganze Reihe von Gesetzen und institutionellen Reformen für einen neuen Rahmen zur Einbeziehung der gewählten Vertreter und betroffenen Gebiete – ins Land gezogen, um dieses Großprojekt vom Reißbrett in die Wirklichkeit zu bringen. Für die Federführung und Finanzierung wurde die öffentlich-rechtliche Société du Grand Paris gegründet. Die Investition für das eigentliche Grand Paris Express-Netz beträgt 25 Milliarden Euro, finanziert durch staatliche Subventionen, zweckgebundene Steuereinnahmen und Anleihen. Dazu kommen 8 Milliarden Euro für die Modernisierung und Erweiterung bestehender Linien durch den Verkehrsverbund des Großraums Paris (STIF).

EIN ARBEITSMARKTEFFEKT nach Maßgabe des Projekts: während der Bauzeit wird der Grand Paris Express jährlich 15.000 direkte und durch das induzierte Wirtschaftswachstum mehr als 115.000 indirekte Arbeitsplätze generieren – insbesondere auf den 140 Quadratkilometern (einer Fläche anderthalb so groß wie Paris), die direkt von den 68 neuen Bahnhöfen profitieren. Was den Zeitplan angeht, haben sich mit der Wahl der Stadt Paris als Austragungsort für die Olympischen Spiele 2024 die Fristen verkürzt. Der Großteil der Linien, darunter die Verbindungen zu den Flughäfen Roissy und Orly, müssen bereits Ende 2023 und nicht erst 2024, wie ursprünglich vorgesehen, in Betrieb genommen werden.

„ES IST EINE EINMALIGE CHANCE für die Konzernunternehmen, da der Großraum Paris mit dem Grand Paris Express, den aktuellen Verlängerungen der Straßenbahnlinien und der Modernisierung des bestehenden U-Bahn- und speziell des S-Bahnnetzes ein Leistungsvolumen konzentriert, das seinesgleichen sucht“, unterstreicht Robert Bello, Geschäftsführer der Eurovia-Region Ile-de-France - Normandie und Leiter des Club Pivot Ile-de-France von VINCI. „Für VINCI Construction ergibt sich daraus unmittelbar ein deutlicher Effekt im Tunnel- und Ingenieurbau. Aber auch für Eurovia und VINCI Energies sind die Aussichten gut, nicht nur für die künftige Ausstattung der neuen Linien, sondern auch aufgrund anderer damit verbundener Arbeiten. VINCI Immobilier ist ebenfalls an vorderster Front bei Stadtentwicklungsprojekten im Umkreis der neuen Bahnhöfe.“ Als Foren für bereichsübergreifenden Austausch fördern der Club Pivot Ile-de-France und dessen Facharbeitskreise „ Infrastructures“ und „Territoires et aménagement“ den Austausch von Informationen und gemeinsame Überlegungen zwischen allen beteiligten Akteuren des Konzerns. „Der letzte „Territoires et aménagement“-Club “, so Robert Bello, „bot Gelegenheit, sich abzustimmen, denn gerade die Ausschreibungen für die Stadtentwicklungsprojekte im Anschluss an den Bau des Grand Paris Express erfordern eine gezielte Koordination“.

EIN BEISPIEL DAFÜR IST DER INTERNATIONALE PROJEKTAUFRUF „Inventons la métropole du Grand Paris“ (Erfinden wir die Grand Paris-Metropolregion). Der französische Staat, die Metropolregion Grand Paris und die Société du Grand Paris riefen Unternehmenskonsortien dazu auf, komplette Pläne für 57 Standorte (Industriebrachen, aufgelassene öffentliche Einrichtungen, Stadteinfahrten usw.), vorzugsweise mit Ökodesign und Mehrzwecknutzung, auf dem Reißbrett zu entwerfen. VINCI hat 23 Argen gebildet, die dem Projektaufruf gefolgt sind. 18 davon haben es in die Endrunde geschafft.

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ETLICHE GRAND PARIS EXPRESS-PROJEKTE wurden von den Bauunternehmen des Konzerns bereits in Angriff genommen. „ Termintreue ist ein absolutes Muss, vor allem mit Blick auf die Olympischen Spiele“, bestätigt Patrick Kadri, stellvertretender Generaldirektor von VINCI Construction Grands Projets. „Die Société du Grand Paris hält sich an ihre Versprechen: die Ausschreibungen, die Bereitstellung von Grundstücken und Vorarbeiten wie die Umverlegung von Leitungsnetzen folgen Schlag auf Schlag – für so dicht besiedelte Stadtgebiete extrem schnell. Auch wir haben die Angebotserstellung praktisch auf industrielles Niveau hochgetaktet. Für die Linie 15 Süd, die erste Ausschreibung der Serie, haben wir alle zwei Monate Angebote in Höhe von mehreren hundert Millionen abgegeben. Ein Rekord!“ Das von Patrick Kadri verwendete „wir“ bezieht sich nicht nur auf die Kalkulationsabteilung von VINCI Construction Grands Projets, sondern auch von VINCI Construction France, VINCI Construction Terrassement, Dodin Campenon Bernard, Botte Fondations, VINCI Construction Terrassement und Konzernpartnern, die dafür auf 900 m2 Fläche eigene Büros in Chevilly-Larue südlich von Paris eingerichtet haben.
„Das ständige Team vor Ort umfasst an die sechzig Personen, bei neuen Ausschreibungen sind es bis zu 140, einschließlich der Arge-internen Engineering-Abteilungen“, merkt Patrick Kadri an.Die Anstrengungen haben sich gelohnt. Zwei Argen unter Leitung von VINCI Construction zusammen mit Spie Batignolles haben zwei Aufträge für die Linie 15 Süd gewonnen. Beim ersten Auftrag handelt es sich um einen 8,2 km langen Tunnel und fünf neue Stationen (siehe Kasten) im Umfang von 926 Millionen Euro. Beim zweiten – 156 Millionen Euro – um den neuen Bahnhof Noisy-Champs nach einem Entwurf des Architekten Jean-Marie Duthilleul (ein architektonisch anspruchsvolles Projekt mit einer schneckenförmigen Kuppel), einem Abstellbereich für Zuggarnituren und einer Überführung über die Gleise der S-Bahn RER A. Darüber hinaus wurden VINCI Construction und Spie mit einer weiteren Großbaustelle des Pariser Verkehrsverbunds betraut, dem neuen S-Bahnhof im Rahmen der Verlängerung der Linie E (Eole) in La Défense unter dem Geschäfts- und Veranstaltungszentrum CNIT. Ein technisch äußerst anspruchsvolles Projekt: Ausheben einer Kaverne mit gleichzeitiger Abstützung des CNIT bei laufendem Betrieb dieses extrem stark frequentierten Standorts während der gesamten Bauzeit. SOLETANCHE BACHY, Tochterunternehmen von VINCI Construction und eines der weltweit führenden Spezialgründungsunternehmen, das mit allen in- und ausländischen Baukonzernen zusammenarbeitet, ist bei anderen Projekten der Linie 15 an der Seite von Bouygues Travaux Publics mit von der Partie: beim Bau des Bahnhofs Fort d’Issy-Vanves-Clamart, eines der ersten, im März 2016 begonnenen Grand Paris Express-Projekte, des Abschnitts T2A zwischen den Bahnhöfen Villejuif Louis-Aragon und Créteil-L’Échat und des Abschnitts T3A zwischen Sèvres und Fort d’Issy-Vanves-Clamart. Einige dieser Projekte sind so groß, dass die Baukonzerne – auch die größten – gezwungen sind, ihre Kräfte zu bündeln. VINCI und Bouygues Travaux Publics haben ein gemeinsames Angebot für ein Megabaulos der Linie 16 abgegeben: eine 19 Kilometer lange Tunnelstrecke und im Unterschied zu den bisher vergebenen Projekten einschließlich Gleisbau.
Der endgültige Zuschlag dafür wird für Ende 2017 erwartet.„Man muss sich vorstellen, 2020 werden bis zu 24 Tunnelbohrmaschinen gleichzeitig im Einsatz sein“, erklärt Patrick Kadri. Die Zahl der aktuell bearbeiteten Angebote, der Ausführungsplanungen für gewonnene Projekt und der ersten Baustellenstarts ist Grund genug, dass der Druck in Chevilly-Larue und auf der mit vollen Touren beginnenden T3C-Baustelle steigt. „ Für das Planungsbüro und vor allem später dann in der Ausführungsphase“, meint Robert Bello, „ist Grand Paris eine immense menschliche Herausforderung, nicht nur um unsere eigenen Teams aufzustocken, sondern auch um alle Integrationsziele zu erfüllen“. Denn die Société du Grand Paris fordert, dass mindestens 5 % der geplanten Arbeitsstunden für die Grand Paris Express-Baustellen arbeitsmarktfernen Menschen vorbehalten werden, die es langfristig zu qualifizieren und zu begleiten gilt. „ Wir wollen die Teilnehmer an diesen Integrationsprogrammen nicht nur anlernen, sondern sie beruflich zu Fach- und Führungskräften qualifizieren, damit sie auch nach Ende der Bauarbeiten weiterbeschäftigt werden können“, führt Patrick Kadri fort. Für die Baulose T3C und T2D der Linie 15 hat sich VINCI Construction mit Unterstützung durch ViE, der gemeinnützigen Arbeitsintegrationstochter des Konzerns, zu 420.000 Stunden verpflichtet, das sind ca. 8% der angesetzten Stundenzahl und betrifft 600 Personen. Wir haben bereits spezielle Schulungsprogramme für Berufe wie Tunneltopographen und Ausbauhauer eingerichtet. “

EINE STARKE MOBILISIERUNG ist auch bei VINCI Immobilier zu verzeichnen, insbesondere zur Unterstützung fast aller Projekte, die Konzernunternehmen im Rahmen des Projektaufrufs „ Inventons la métropole du Grand Paris “ eingereicht haben. „ Das ist eine ganz neue Situation für uns. Die Kommunen übertragen uns Aufgaben, die normalerweise Stadtplanern vorbehalten sind, und gehen sogar noch weiter mit der Aufforderung, neue Wohn- und Gestaltungskonzepte für die Stadt von morgen zu erfinden“, kommentiert Patrick Supiot, Geschäftsführer Unternehmensimmobilien und Stadtentwicklung bei VINCI Immobilier. „ Wir haben mit Urbanisten, Soziologen, Vertretern aus Kultur und Sport, diversen Vereinen usw. zusammengearbeitet. Ziel dieses Rundumblicks war es, sich für jeden der fraglichen Standorte innovative Nutzungsformen der Gebäude und des öffentlichen Raums vorzustellen, beispielsweise Lösungen für gemeinschaftliches Wohnen oder umbaufähige Wohneinheiten. In diesem neuen Umfeld bietet sich uns die Chance, zu globalen Stadtentwicklern zu werden, eine Aufgabe, an die alle mit Begeisterung herangehen. Für 2018 ist ein zweiter Projektaufruf angekündigt. Auch dafür werden wir uns mit voller Kraft einsetzen.“ Das Jahrhundertprojekt in der Ile-de-France hat erst begonnen...

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