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Emissionsarme Autobahn: Welche Lösungen?

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12 Januar 2022 - Nachhaltigkeit - Frankreich

Der Straßenverkehr gehört zu den Sektoren mit den höchsten Treibhausgasemissionen. Allein auf den Autobahnverkehr sind 6% der Gesamtemissionen Frankreichs zurückzuführen. Dennoch lässt sich das Auto kaum wegdenken. 75% der Franzosen brauchen es täglich(1). Abgesehen von Alternativen wie das Fahrrad für Kurzstrecken sind daher unbedingt Maßnahmen nötig, um die verkehrsbedingte CO2-Bilanz zu mindern. Zahlreiche Lösungen gibt es bereits bzw. stehen kurz vor ihrer Umsetzung. Hier ein Überblick.

Ein bedeutender Faktor zur Reduzierung verkehrsbedingter Emissionen sind Anreize, Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor durch solche mit elektrischem Antrieb zu ersetzen. Die Europäische Kommission hat in einem im Juli 2021 vorgelegten Gesetzespaket vorgeschlagen, ab 2035 keine Verbrenner mehr zuzulassen, um bis 2050 die angestrebte Klimaneutralität zu erreichen. Die Verkehrsteilnehmer sind durchaus bereit, ihre Gewohnheiten zu ändern, um ihren CO2-Fußabdruck zu reduzieren. Eine 2021 für VINCI Autoroutes durchgeführte Ipsos-Umfrage hat gezeigt, dass 90% der Franzosen die Umwelt bei ihren täglichen Fahrten gerne weniger belasten würden, und jeder fünfte plant, in den nächsten fünf Jahren auf ein Elektroauto umzusteigen.

Im Rahmen der Klimaschutzpolitik des Konzerns , verpflichtet sich VINCI zu Maßnahmen, um eigenverursachte Emissionen zu verringern – zum Beispiel durch Umstellung der Fahrzeugflotte auf Elektro- oder Biogasantrieb – sowie auch dazu, die Mobilitätsveränderungen auf der Straße zu begleiten.

Emissionsarme Mobilität auf der Autobahn

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Ladestationen und induktives Laden

2021 wurden 160.000 Elektrofahrzeuge (einschließlich Plug-in-Hybride) zugelassen: jedes fünfte Auto in Frankreich. Nach Aussagen der Autohersteller dürfte sich die E-Flotte bis 2028 von 200.000 Fahrzeugen 2019 auf 5 Millionen erhöhen – ein exponentielles Wachstum, das begleitet werden will.

Das Programm ‚Emissionsarme Autobahn‘ wurde 2019 mit Unterzeichnung einer Partnerschaftsvereinbarung zwischen VINCI Autoroutes und der Region Südfrankreich auf den Weg gebracht. Es zielt insbesondere darauf ab, das Ladestationsnetz zu verdichten, zunächst auf Autobahnraststätten und dann auch im übrigen Straßennetz.
„Die große Herausforderung bei der Dekarbonisierung des Autobahnverkehrs ist der Fakt, dass sie nur mittels enormer partnerschaftlicher Arbeit erfolgreich sein kann“ erklärt Christophe Hug, beigeordneter Generaldirektor von VINCI Autoroutes. Über ihr Gemeinschaftsunternehmen Easy Charge bieten VINCI Autoroutes und VINCI Energies schlüsselfertige E-Ladeinfrastrukturprojekte in ganz Frankreich einschließlich der Finanzierung von Schnellladestationen.

Fazit: Ende Juli 2021 verfügten die Autobahnraststätten von VINCI Autoroutes über 250 Ladepunkte, davon 144 Hochleistungsstationen mit kurzer Ladezeit. Bis 2023 will VINCI Autoroutes 100% der Raststätten mit Ladestationen für Elektrofahrzeuge ausstatten.

Weitere Lösungen sind in Erprobung. Am vielversprechendsten ist u.a. das induktive Laden während der Fahrt. Das Prinzip besteht darin, die Energie über eine in die Fahrbahn eingelassene elektromagnetische Induktionsschleife kontaktlos auf fahrende Fahrzeuge zu übertragen. Eine 2020 geschlossene strategische Partnerschaft zwischen dem israelischen Start-up ElectReon und VINCI Construction sieht vor, bis 2025 Teststrecken für induktives Laden in Frankreich, Belgien und Deutschland einzurichten.

Ein Beispiel dafür ist ein Pilotprojekt in Karlsruhe für den Energieversorger EnBW. Ein 600 m langer Straßenabschnitt ermöglicht entsprechend ausgerüsteten Fahrzeugen, speziell einem Elektro-Nahverkehrsbus, das induktive Aufladen während der Fahrt. „Wenn durch Induktion künftig jedes Fahrzeug, gleich ob PKW, LKW oder Bus, während der Fahrt aufgeladen werden kann, fällt ein wichtiger Bremsfaktor weg, der den Aufschwung der Elektromobilität in großem Maßstab bisher gedrosselt hat“, so Didier Deschanel, Leiter Innovation bei Eurovia, einem Unternehmen von VINCI Construction.

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Förderung von geteilter Mobilität

Fortschritte bei der Dekarbonisierung des Autobahnverkehrs lassen sich zusätzlich zum Umstieg auf Elektrofahrzeuge auch durch eine höhere Belegung der Fahrzeuge erzielen. Ziel ist es, dem Phänomen des Alleinfahrens entgegenzusteuern. Die durchschnittliche Belegungsquote im Großraum Paris beträgt beispielsweise nur 1,2 Personen pro Auto. Die Folge sind Staus und Luftverschmutzung. Über Infrastrukturen und Partnerschaften fördert VINCI daher Fahrgemeinschaften. 2021 waren 37 Mitfahrerparkplätze mit insgesamt 3000 Stellplätzen in Betrieb, dreißig weitere sind geplant.

Zur Staureduzierung bietet VINCI Autoroutes auch eigene Infrastrukturen für den öffentlichen Nahverkehr im Autobahnnetz der Gesellschaft. Auf der Autobahn A10 im Departement Yvelines umfasst der Ende 2020 in Betrieb genommene P+R-Parkplatz Longvilliers 257 Gratisparkplätze für Autofahrer, die auf Fahrgemeinschaften oder eine der fünf Buslinien zum Bahnhof Massy-Palaiseau umsteigen.

1 Erhebung Ipsos und Fabrique de la Cité, Januar 2022: https://www.ipsos.com/fr-fr/48-des-francais-reconnaissent-que-leur-mode-de-deplacement-quotidien-nest-pas-ecologique (Franzosen geben zu, dass ihre tägliche Art der Fortbewegung nicht ökologisch ist)

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