GTM

Gründungsjahr 1891

Bild mit Beschriftung
Genissiat-Staudamm

Grands Travaux de Marseille (GTM) entstand 1891 aus dem Marseiller Unternehmerkreis, um in der Stadt für ein modernes Abwasserkanalisationsnetz zu sorgen. Geleitet wurden diese Arbeiten von Charles Rebuffel, der die Firma rasch an den ersten Platz im französischen Tiefbausektor führte. Bis 1914 verzeichnete sie einen kontinuierlichen Aufschwung, gestützt auf eine fachliche Diversifizierung mit Leistungen im Kraftwerk-, Hafen- sowie Tunnel- und Kanalbau und als weiteres Standbein auf die Entwicklung des Auslandsgeschäfts. Der Krieg zwang GTM, sich auf den Industrie- und Kraftwerkbau zu konzentrieren. In diesen Bereichen blühten auch die Geschäfte in den zwanziger Jahren, insbesondere in den französischen Kolonien. Durch die starken Auslandsaktivitäten litt die Firma auch nicht so stark unter den Folgen des Zweiten Weltkriegs. In dieser Zeit errichtete sie zahlreiche Bauten zur Stromversorgung (Génissiat-Talsperre) und realisierte bedeutende Aufträge für die Besatzungsmacht.

Die Wirtschaftswunderjahre
Mit den ersten Wiederaufbauprojekten ging es bei GTM wieder rasch aufwärts, bis die Entkolonialisierung neue Herausforderungen mit sich brachte. Für die weitere Entwicklung stützte sich GTM auf technische Innovationen, wie sie bei den Tunnels in Havanna und der Savines-Brücke zum Ausdruck kamen. Ab 1957 erschloss sie unter der Leitung von René Gonon neue Märkte in Afrika - war dort an der Rettung von Abu Simbel und an der Regulierung des Nils beteiligt -, in Nord- und Südamerika und im Nahen Osten. Schließlich weitete die Unternehmensgruppe ihre Leistungen auf den Offshorebereich, den Kernkraftsektor und Konzessionsverträge (Parkplätze, Cofiroute) aus. Es gelang ihr, sich sowohl in ihren historischen Geschäftsfeldern zu behaupten als auch in den neuen Leistungsbereichen Erfolge zu verbuchen.

Die Zeit der Bündnisse
1982 fusionierte die GTM-Gruppe mit der Firma Entrepose, die 1935 von Verhüttungsgesellschaften gegründet wurde, mit denen sie eine langjährige Partnerschaft pflegte. Entrepose brachte neue Kompetenzen und Marktsegmente mit ein: Stollenvortrieb, Bohr- und Sondierungsarbeiten, und verhalf GTM zu einer stärkeren Präsenz im Nahen Osten und in Südamerika. Rasch sollte GTM-Entrepose jedoch dazu gezwungen sein, sich überwiegend auf Europa zu konzentrieren, um dem Auftragseinbruch in den Schwellenländern zu entfliehen. Glücklicherweise gab es auch in Frankreich allein genug zu tun. Nach dem Centre Georges Pompidou erhielt GTM-Entrepose als Hauptauftragnehmer den Zuschlag für das neue Pariser Technikmuseum im Parc de la Villette. 1987 erwarb Dumez Anteile an GTM-Entrepose, was den Weg für eine Zusammenlegung des Hoch- und Tiefbaugeschäfts der beiden Gruppen im Jahre 1994 ebnete. Die tatsächliche Fusion erfolgte zwei Jahre später. Die neue Gruppe nahm 1997 den Namen Groupe GTM an und fusionierte in dieser Formierung 2001 mit dem VINCI-Konzern.