Campenon Bernard

Gründungsjahr 1920

Bild mit Beschriftung
20 Jahre lang war die Staumauer der Chambon-Talsperre die höchste Europas.

1920-1945
Die Firma Campenon Bernard entstand 1920, als sich der junge Ingenieur, Edmé Campenon, mit dem Unternehmer, André Bernard, zusammenschloss. Die beiden richteten ihr Unternehmen auf den Bau von Eisenbahnverbindungen sowie auf den Industrie-, Straßen- und Wasserbau aus. 1927 verzeichnete die Firma Campenon Bernard ihren ersten großen Erfolg mit dem Bau des Chambon-Staudamms. Nach einem schwierigen Start wurde das Projekt rasch zu einem wahren Versuchslabor, um neue Betonsorten mit höherer Festigkeit zu erproben. Gleichzeitig wurde auch die Tagesleistung verbessert und auf 1000 Kubikmeter erhöht - ein Rekord für die damalige Zeit.
Mit einem Gespür für den weiteren technischen Fortschritt schloss sich die Firma mit Eugène Freyssinet zusammen und bot ihm die Gelegenheit, bei sehr großen Betonstrukturen seine Vorspanntechnik einzusetzen. Kurz vor dem Zweiten Weltkrieg beherrschte Campenon Bernard die Welt des Tiefbaus. Während des Krieges konnte sich die Firma ehrbar behaupten und beteiligte sich an der Gründung des Fachbetriebs zur Anwendung der Vorspanntechnik STUP (Société Technique pour l’Utilisation de la Précontrainte), in der die von Eugène Freyssinet erfundenen Verfahren weiterentwickelt werden sollten.
1945-1984
Nach dem Krieg häuften sich die Projekte in Frankreich, in den französischen Kolonien und auch im Ausland. Überall kamen gezielt innovative Techniken zum Einsatz, wie beim Bau des Kernkraftwerks Marcoule oder der Brücke in Choisy-le-Roi. Dieser Elan sollte jedoch1962 einer starken Belastungsprobe ausgesetzt werden, als das Unternehmen im selben Jahr den Tod von Edmé Campenon und Eugène Freyssinet zu beklagen hatte.
Mit Zivil- und Militärprojekten im Tiefbau, Brückenbauten sowie der Errichtung der Hochbrücke zur Insel Oléron gelang den Ingenieuren der Campenon Bernard jedoch ein neuer Aufbruch. Zwischen 1962 und 1970 wurde über die Hälfte der französischen Brückenbauprojekte von der Firma Campenon Bernard ausgeführt. Ruf und Anerkennung brachten dem Unternehmen im Umfeld einer stärker werdenden Konkurrenz der Bau des Hochhauses Tour Montparnasse sowie die U-Bahn in Montreal.
1984-2000
1984 wurde Campenon Bernard von der Compagnie Générale des Eaux übernommen. Anlässlich der Errichtung der Jules-Verne-Hochbrücke in Amiens war 1984 auch das Jahr eines neuen Weltrekordes: das höchste Gewicht (15 300 Tonnen), das je im Schubtaktverfahren bewältigt wurde. 1988 kam die Campenon Bernard zur SGE und firmierte unter dem Namen Campenon Bernard-SGE prestigereiche Projekte, wie das Stade de France und die Vasco-da-Gama-Brücke in Lissabon.